Debatten

jungle world präsentiert:

Die Wiedergutwerdung der Deutschen.
Der Teaser zu einem im Herbst erscheinenden Dokumentarfilm über den Berliner Publizisten Eike Geisel eröffnet die Diskussion über seine These von der „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Was Geisel in den neunziger Jahren noch als Prozess beschrieb, ist heute in seinem Ergebnis zu beobachten. Damit steht die Frage im Raum, ob realpolitisch und zivilgesellschaftlich das „helle“ gegen das „dunkle“ Deutschland in Stellung zu bringen sei, oder ob nicht genau darin die „Selbstinszenierung edler Seelen“ sichtbar wird. Doch wenn all das nur Ausdruck der „Banalität der Guten“ wäre, was dann tun? Es diskutieren Anetta Kahane (Amadeu Antonio-Stiftung) sowie die Publizisten Alex Feuerherdt und Arthur Buckow. Moderation: Federica Matteoni (Jungle World)

Ema.Li Berlin präsentiert:

Vorsicht Flüchtling!
Podiumsdiskussion, bei der die Realität den inhaltlichen Vorbereitungsstand längst überholt hat. Die aktuellen Ereignisse und die Tatsache, dass das Thema Migration im Mainstream angekommen ist, wird auch das Podium beeinflussen. Unter der Moderation von Julia Schramm (Antonio-Amadeo-Stiftung) werden sich der bekannte Berliner Flüchtlingsaktivist Dirk Stegemann, die ehemalige Flüchtlingsbeauftragte der Piraten, Anne Helm, der “Außenminister” des Zentrums für Politische Schönheit, Yasser Almaamoun und Akteurinnen des Projekts “Woman In Exile” (angefragt) mit dem Thema befassen. Woher kommen die Angst und der Hass vieler Menschen im Lande gegenüber Fremden und Hilfesuchenden? Warum sind Flüchtlinge so vielen Übergriffen, Brandanschlägen und Hasstiraden ausgesetzt? Warum sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit so tief verwurzelt, so weit verbreitet?

neues deutschland präsentiert:

Es war einmal ein Wir-sind-das-Volk.
Den Traum von einer besseren Gesellschaft konnte man auch in der DDR träumen, auch gegen die Diktatur der Kleinbürger. 1989 schien die Utopie zum Greifen nah, die Staatsmacht wankte. Doch aus der Bewegung für Demokratie wuchs der Aufstand der Kleinbürger, die nach Deutsch-Mark, Deutsch-Bananen und Deutsch-Tum riefen. Das Land ertrank in Schwarz-Rot-Gold und die Geschichte fand ihren vorläufigen Abschluss in Rostock-Lichtenhagen. Was wurde aus dem Traum?

nd-Chefredakteur Tom Strohschneider diskutiert mit Linksaktivisten aus dieser Zeit (Dietmar Wolf, telegraph u.a.) über die Aufarbeitung der Aufarbeitung, Widerständler der letzten Stunde und den Mythos Deutsche Einheit.

Ema.Li Berlin präsentiert:

Alle Macht dem Volke – oder doch lieber nicht?
Alle Macht dem Volk oder besser doch nicht… Es gibt genügend Demokratiekritik, in der die uralte Herrschaftsform, kurzerhand als Diktatur oder gar Terror der Mehrheit skizziert wird. Dass die antike griechische Demokratie eine Machtveranstaltung besitzender Männer war, ist bekannt. Frauen, Sklaven, Bergleute waren vom beratenden und entscheidenden Dasein des politischen Bürgers ausgeschlossen. Sagen wir kurz und etwas eurozentristisch: Dies hat sich nach 1918 in Europa geändert. Das gleiche Wahlrecht rettete den Kontinent allerdings nicht davor, in Faschismus und industriellem Massenmord zu versinken. Die Europäische Nachkriegsordnung scheint 1989 in einer versöhnenden Beendigung des Kalten Krieges anzukommen. Hier irgendwo setzt unsere Debatte ein, in der wir u. a. diskutieren wollen, ob und welche Formen direkter Demokratie herrschende Verhältnisse kritisieren und verändern können. In der „Demokratisierung der Demokratie“ ist direkte Demokratie allerdings keine Zauberformel, um Minderheitenrechte zu sichern. Die demokratischen Debatten und Entscheidungen werden kaum im Selbstlauf nachhaltig qualifiziert und laden gleichsam selten Menschen ein, die das Vertrauen in politische Veränderung verloren haben. Die Bundestagswahlen 2009 zeigten deutlich, dass der Politikfrust auch ein sozial gespaltener ist. Viele Menschen, die sich mit geringen Einkommen durchs Leben schlagen, bleiben den Wahlen fern. Trotzdem ist das unbekannte Wesen – die Nichtwählerin, der Nichtwähler – bis heute kaum erforscht. Tauchen die Wahlmüden in Angeboten der direkten Demokratie von den Protesten gegen Stuttgarts Bahnhofsprojekt bis zum Hamburger Bildungsvolksbegehren wieder auf? Was treibt Parteigründungen, wie die AfD und Bewegungen, wie Pegida zur Heiligung der direkten Demokratie? Wo und wie ist und wird direkte Demokratie mehr als eine Widerspiegelung vorhandener Herrschaftsstrukturen. Können direktdemokratische Verfahren so etwas überhaupt leisten?

Im Gespräch: Michael Effler (Mehr Demokratie e.V.) und Ivo Bozic (Jungle World). Moderation: Konstanze Krise.

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) präsentiert:

Von Lichtenhagen nach Tröglitz und Freital
AntifaschistInnen, die bei den Pogromen in Rostock dabei waren, sprechen und diskutieren über die damaligen Ereignisse, ihre Auswirkungen und was das bis heute bedeutet.

Beteiligte: Markus Tervooren u.a.

Mühsamfest 2014

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